Lebenswert & mittendrin: Gute Nachbarschaft gestalten zwischen Bahnhof und Seecarré in Böblingen
An einem Freitagabend ist die Mildred-Scheel-Schule in der Innenstadt von Böblingen für gewöhnlich nicht so gut besucht wie an diesem Freitagabend Ende Januar. Heute wird hier nicht gepaukt, sondern beteiligt. Beim ersten Nachbarschaftsforum im Rahmen des Förderprogramms Quartiersimpulse will die Stadt zum einen die Ergebnisse der vorangegangenen Befragung vorstellen, zum anderen auch mit den Bürger*innen neue Ideen zu verschiedenen Themenbereichen sammeln.
Im Projekt beschäftigt die Stadt Böblingen die Frage, was es in der Unterstadt braucht, um ein gutes Älterwerden und nachbarschaftliches Miteinander positiv zu unterstützen. Insbesondere die Älteren mit Migrationsgeschichte und ihre spezifischen Lebenslagen stehen im Mittelpunkt des Quartiersprozesses, der dazu beitragen soll, ihnen eine Stimme zu geben und sie für ihre soziale Teilhabe handlungsfähig zu machen.
Der Vielfalt des Quartiers wird die Stadt Böblingen bei der Veranstaltung gerecht, indem die breite Beteiligung mitgedacht wird: Der Termin wurde bewusst so gewählt, dass er weder in die christliche Fastenzeit noch in den muslimischen Ramadan fällt und die Schule als Veranstaltungsort ermöglicht auch die Teilnahme von Menschen mit Rollstuhl. Eine kostenlose Kinderbetreuung vor Ort ermöglicht es Eltern mit kleinen Kindern teilzunehmen und die gezeigte Präsentation ist ausgedruckt in verschiedenen Sprachen verfügbar.
Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter als Hausherrn und den ersten Bürgermeister, wird das Projektziel und der Weg dorthin vorgestellt. So können die Bürger*innen den Kontext und die anstehenden Prozesse des Projekts verstehen. Anschließend werden die Ergebnisse der im Winter durchgeführten Bürgerbefragung vorgestellt. Um den Abend über nicht nur zu arbeiten, sondern auch gut unterhalten zu werden, verzaubert zwischen den Programmpunkten ein Magier mit lustigen Zaubertricks die Teilnehmer*innen.
Anschließend geht es in die Arbeitsphase: An fünf Thementischen können sich die Bürger*innen zu einem Begegnungstreff, kulturellen Angeboten im Quartier, der Gestaltung von Freiräumen, Angebote für Familien mit kleinen und großen Kindern und der Stärkung von Nachbarschaften austauschen. Ein fünfter Thementisch steht für weitere Themen bereit, die zu keinem der anderen vier Angebote passen. In zwei Runden kommen die Menschen ins Gespräch. Auf bunten Zetteln werden die Ideen und Anregungen festgehalten und in einer Abschlussrunde im Plenum präsentiert. In den nächsten Monaten wird in Quartierswerkstätten mit den Ideen und Anregungen weitergearbeitet.
Auch das leibliche Wohl soll nicht zu kurz kommen: Nach der Arbeitsphase werden die Tische abgeräumt, gedeckt und alle Anwesenden sind zum gemeinsamen Essen eingeladen. Als Tischdekoration dienen Blumen, die die Kinder in der Betreuung während des inhaltlichen Teils gebastelt haben. Und so klingt der produktive Abend in geselliger Runde aus.
Das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ der Allianz für Beteiligung und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration ist Teil der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam. Gestalten.“ und wird finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.





